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Wer hätte gedacht, dass Kinderkriegen so anstrengend sein kann. Da nimmt man 13 Jahre lang die Pille und bekommt jedes Mal Bluthochdruck, wenn man ein, zwei Stunden zu spät dran ist, zieht scharf die Luft ein und denkt ‚Oh mein Gott, was, wenn...’. Und dann wird man plötzlich erwachsen, wünscht sich ein Kind und beschließt ‚jetzt’ ist der richtige Zeitpunkt. Auch wenn, wie immer, eigentlich alles dagegen spricht. Egal, jetzt ist jetzt und los geht’s. Und was passiert? Nichts. Absolut nichts. Nada. Niente. Nothing. Monat für Monat, immer zeigt der verdammte Schwangerschaftstest nur einen einzigen Strich an. Egal, wie oft man ihn macht. Und irgendwann geht man dann zum Arzt. Nur zur Sicherheit. Ist bestimmt nichts. Wir sind bestimmt einfach zu ungeduldig. „Das Leben lässt sich nicht erzwingen, wusste schon der Professor in Jurassic Park“, sagt mein Mann mit schlauem Gesicht. Und plötzlich antwortet der Arzt: „Nein, Sie können nicht schwanger werden. Sie können auf natürlichem Wege keine Kinder zeugen. Das wird so nichts.“
Wenn ich die Zeilen meines Tagebuchs lese, die ich seit Beginn letzten Jahres geschrieben habe, laufen mir immer noch jedes Mal die Tränen über die Wangen. Eine lange, schmerzhafte Zeit liegt hinter mir und ich hätte nie gedacht, dass schwanger zu werden so kompliziert sein kann. Und so aufwendig. Und so schmerzhaft, körperlich wie seelisch. Und so unfair. So grenzenlos unfair. Aber das ist jetzt vorbei. Wir haben gekämpft, wir haben eine Kinderwunschtherapie gemacht. Wir haben für tausende von Euros, die wir gar nicht hatten, Medikamente gekauft. Ich habe literweise Blutproben abgegeben, obwohl ich panische Angst vor Nadeln habe. Ich habe mir jeden Morgen zwei bis drei Spritzen gesetzt, Tabletten geschluckt, Nebenwirkungen ertragen. Vor allem mein Mann hat danach dann mich ertragen. Er, ich und Hormon-Ich. Eine Dreiecksbeziehung. Kopfchaos vom Feinsten. Ich habe geschrien, geweint, gelacht, war panisch, ängstlich, hoffnungsvoll, verwirrt, allein, hilflos und dennoch sind wir irgendwie daran gewachsen. Wir haben alle Rückschläge überstanden und durchgehalten. Jetzt wird es wohl wieder ziemlich anstrengend. Und sehr aufwendig. Aber nicht mehr unfair. Denn jetzt sind wir Eltern von Zwillingen.